NBK Neuer Berliner Kunstverein
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Check Slovakia! 
Junge Kunst aus der Slovakei

15. Mai bis 27. Juni 2004

Erik Binder * Cyril Blazo * Tomás Agat Blonski  * Pavlína Fichta Cierna * Bohdan Hostinák
Martin Kollár * Ilona Németh * Milan Tittel * Emöke Vargová

Kuratorin: Viera Janceková

Mit dieser Ausstellung setzt der NBK seine Untersuchungen der ostmitteleuropäischen Kunst der Gegenwart fort. Angesichts der kommenden EU-Integration unserer östlichen Nachbarstaaten ist es noch dringlicher geworden, das Verhältnis zwischen Zentrum und Peripherie im europäischen Kulturleben zu überdenken. So wie der Prozess der Ost-Erweiterung die gerechte politische Korrektur der über viele Jahrzehnte währenden Teilung des Kontinents ist, so muss er auch die endgültige Überwindung der kulturellen Trennung bewirken. Unser Ausstellungsprojekt möchte - neben der notwendigen Informationspflicht über die in Berlin noch kaum bekannte Kunstszene in der Slowakei - dieser Diskrepanz mit der Vorstellung einiger ihrer interessantesten jungen Positionen etwas entgegensetzen. Dass die Slowakische Republik in diesem Monat der Europäischen Union beitritt, verleiht der Ausstellung somit eine unmittelbare kulturpolitische Aktualität. 

Die in der Mitte Europas gelegene, seit 1993 unabhängige Republik klagt mit Recht über mangelnde Bekanntheit und allzu häufige Verwechslungen mit Slowenien oder mit der vormaligen, nicht mehr existierenden Tschechoslowakei. In diesem Sinne soll der Titel unserer Ausstellung Check Slovakia!  diesen Irrtum ironisch anspielen und gleichzeitig als ein Appell der jungen slowakischen Künstler und Künstlerinnen verstanden werden, die herausfordernd unsere Aufmerksamkeit auf sich lenken wollen. 
Seit dem Systemwechsel 1989 hat sich in der Slowakei nicht nur im politischen und wirtschaftlichen System, sondern auch in der Kultur einiges zum Positiven verändert, auch wenn zeitweise durch national-konservative Kräfte Rückschritte zu verkraften waren. Unterschiede, wie sie früher zwischen der sogenannten Westkunst  und Ostkunst  registriert wurden, verschwinden allmählich, wie dies in den Aktivitäten einer jungen Generation engagierter Künstler, Kritiker und Kuratoren sichtbar wird.
Mit dem Attribut "junge Kunst" verweist die Ausstellung auf die Auswahl der Teilnehmer, die sich auf diejenigen zwischen 30 und 40 Jahre alten Künstler und Künstlerinnen beschränkt, die erst nach der Unabhängigkeit der Slowakei ihre aktive künstlerische Tätigkeit aufgenommen haben und somit Zeugen einer Zeit des Umbruchs sind.





Tomás Agat Blonski: Porträt von Kuka, 2000 Tomás Agat Blonski: Porträt von Helena, 1998


Die heutige junge slowakische Kunst greift einerseits die globalen Strömungen auf, andererseits bezieht sie sich auf lokale Traditionen. Die meisten der jungen Künstler haben die Zeiten der Diktatur nicht mehr bewusst erlebt, kennen ihre Zwänge nur noch als "Geschichte" und können sich mit befreitem Subjektivismus einer pluralistischen Formensprache zuwenden. Entscheidende Gemeinsamkeit in dieser Vielfalt der Formen ist die intensive Aussage in den Arbeiten, die mehrere semantische Ebenen umfassen und die Wechselwirkung zwischen der medialen Welt und dem daraus erwachsenden Nachdenken über die reale Umwelt reflektieren. Die Verwendung von international gebräuchlichen Ausdrucksformen ist nicht zuletzt durch das Bemühen um die Integration in einen gesamteuropäischen Kontext bestimmt. 

Demzufolge arbeiten die neun  Künstler der Ausstellung in verschiedenen Medien: Malerei (Bohdan Hostinák), Collage (Cyril Blazo), Rauminstallation (Erik Binder, Emöke Vargová, Ilona Németh, Milan Tittel), Fotografie (Tomás Agat Blonski,  Martin Kollár) und Videokunst (Pavlína Fichta Cierna). Was auf den ersten Blick möglicherweise an die Gebräuche des westlichen Kunstmarkts angepasst erscheint, erweist sich bei genauerem Hinsehen als authentisches Bestreben für Lösungen, deren Denkweise und Arbeitsmethoden sich aus dem unmittelbaren geistigen Klima der Region herausgebildet haben. Ihre Arbeiten beschäftigen sich zwar auch mit Themenkreisen der "globalisierten" Kunstwelt, aber in erster Linie befassen sie sich kritisch und ironisch mit der politischen, sozialen und kulturellen Situation des eigenen Landes.

Zur der Ausstellung erscheint ein dreisprachiger (deutsch-englisch-slowakisch) Katalog zum Preis von 12 Euro.

Zusätzlich möchten wir Sie auf folgende Termine im Rahmen unserer Reihe Treffpunkt NBK hinweisen: 

Mittwoch, den 12. Mai 2004: "Die alternative Kunstszene in der Slowakei", Vortrag von 
Mária Risková, Leiterin der Initiative "Burundi", Bratislava

Mittwoch, den 9. Juni: Viera Janceková, Kuratorin der Ausstellung pršsentiert eine Auswahl slowakischer Videokunst

Mittwoch, den 23. Juni 2004: "Slowakische Kunst im 20. Jahrhundert", Vortrag von 
Dr. Thomas Strauss, Köln/Bratislava