NBK Neuer Berliner Kunstverein
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Daniela Comani / Beate Daniel - O.m.U.  
Stipendiatinnen der K-H-G 1993-95  

22. November 1997 - 4. Januar 1998 
   
  
Mit dieser letzten Ausstellung des Jahres 1997 will der Neue Berliner Kunstverein auf eine langjährige Tradition zurückgreifen und eine Präsentation mit Stipendiaten bzw. Stipendiatinnen der Karl-Hofer-Gesellschaft zeigen. Unsere Wahl fiel auf zwei Künstlerinnen des Stipendienjahrgangs 1993-95, Daniela Comani und Beate Daniel, deren Werk gleichermaßen eine inhaltliche Verwandtschaft und einen Reichtum an formaler Vielfalt aufweist.   

Obwohl beide Künstlerinnen eine klassische Ausbildung in Bildhauerei bzw. Malerei genossen, beschränken sie sich keineswegs auf diese Medien, sondern bewegen sich frei zwischen den Ausdrucksmöglichkeiten der verschiedenen Kunstformen und setzen wechselweise jene - ob Zeichnung, Skulptur, Installation, Video oder Fotografie - ein, die sie im Augenblick für die inhaltliche Auseinandersetzung als notwendig erachten.   

Daniela Comani wurde 1965 in Bologna geboren und lebt seit 1989 in Berlin. Zunächst studierte sie 1984-88 an der Accademia di Belle Arti in ihrer Geburtsstadt (Abschluß mit Diplom). 1989-93 setzte sie ihr Studium an der Hochschule der Künste Berlin fort (Meisterschülerin). Nach eigener Beschreibung geht es ihr in der künstlerischen Arbeit darum, "die Unterschiedlichkeit der Wahrnehmung von Bildern und Alltag darzustellen."   

Beate Daniel wurde 1966 in Berlin geboren, wo sie mit Unterbrechungen durch Stipendienaufenthalte im Ausland seitdem lebt und arbeitet. 1986-93 studierte sie an der Hochschule der Künste Berlin und war ebenfalls Meisterschülerin. In ihrer letzten Arbeitsphase, die sie "Idyllenforschung" nennt, interessiert sie sich nach eigener Aussage vor allem dafür, "wie man den Objekten mit ihrer dumpfen Funktionalität entrinnen und die uns umgebende Banalität als Genuß erleben kann."   

Die beiden Künstlerinnen haben die Abkürzungsformel des der Filmsprache entnommenen Ausdrucks O.m.U. (Originalfassung mit Untertiteln) als Überschrift für ihre Ausstellung im NBK gewählt. Hinter diesem Titel verbirgt sich eine ähnliche Mehrdeutigkeit, wie diese auch in ihrer Arbeitsmethode und der daraus resultierenden Vielfalt der formalen Lösungen eigen ist. Das filmische Endprodukt "O.m.U", dessen wichtigstes Attribut die Übersetzungsarbeit ist, bedeutet im wesentlichen eine transformierte Sinnübertragung des Originals.   

Einerseits steht diese von den Künstlerinnen bedacht ausgesuchte Metapher für eine kritische Betrachtungsweise, die erkennen läßt, wie heute an der medienvermittelten Wirklichkeit partizipiert wird: der Informationsgehalt des Gehörten bleibt unverständlich und die gefiltert geschriebene Form ist vom Ursprung beträchtlich entfernt. Andererseits bezeichnet der Ausstellungstitel sinnbildlich die weniger verlustreiche als eher gewinnbringend umformende künstlerische Methode Comanis und Daniels, wie sie in ihren Arbeiten mit bereits vorhandenen Materialien umgehen. Alltagsgegenstände, Film- und Fernsehbilder, Pressefotos und Comics werden überarbeitet und in einen neuen Kontext gestellt. "Originalsprache" und "Untertitel" - wobei sich letztere auf eine neue Ebene begibt - koexistieren in einer "Gleichzeitigkeit kontrastierender Wirklichkeiten", um den Ausdruck von Dorothea Strauss aus ihrem Katalogtext zu benützen.   

Der von den Künstlerinnen selbst entworfene zweisprachige (deutsch/englisch) Katalog enthält Texte von Peter Morse, Dorothea Strauss und Alexander Tolnay und kostet 25,-DM.   

Eröffnung: Fr, 21.11. 1997, 19 Uhr   
Es sprechen Prof. Lothar Romain und Dr. Alexander Tolnay