NBK Neuer Berliner Kunstverein
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Thomas Eller / York der Knöfel - Resident Alien   

17. Januar - 1. März 1998 

"Resident Alien" - mit dieser bemerkenswerten, auf scheinbar unvereinbare Gegensätzlichkeit angelegten Wortkombination bezeichnen amerikanische Behörden Menschen, die keine US-Staatsbürger sind, sich aber legal im Land aufhalten. Einerseits Begriff des Seßhaft- Einheimischen, dient es andererseits als Ausdruck der Ausgrenzung von Fremden. Dieses eigenartige, auf dem eigenen Ausweis entdeckte Spannungsfeld dualer Lebens- wirklichkeiten regte die beiden zur gleichen Generation gehörenden jungen Berliner Künstler, Thomas Eller (Jahrgang 1964) und York der Knöfel (Jahrgang 1962) an, ihre neuen, in New York entstandenen Arbeiten mit den Medien Fotografie und Video unter dieser Überschrift im Neuen Berliner Kunstverein zu präsentieren.   

Der Umgang mit dem Fremden und dem Eigenen stellt einen der Angelpunkte der Auseinandersetzung von Thomas Eller und York der Knöfel dar, die seit drei Jahren überwiegend in New York leben und arbeiten. New York steht - wie auch Berlin - für kosmopolitisches Gefühl. Nach der Definition von Peter Coulmas sind Kosmopoliten "Personen, die bereit sind, Mühe dafür aufzuwenden, Kenntnisse über Fremde zu erwerben und sich mit Fremden zu verständigen". Sie sind stets bereit, soziale und kulturelle Koordinaten zu überwinden und in einem dialektischen Prozeß von kritischer Negation und Assimilierung zu einer"Trans-kulturalität" zu finden. Thomas Eller und York der Knöfel sind solche transkulturellen Wanderer zwischen europäischer und amerikanischer Kunstwelt.   

Ihre neuen Werke vermitteln ein Gefühl der persönlichen kulturellen Verschiebung und dokumentieren die Auswirkung einer mediengestützten Realität auf die Konstruktion der Identität und der Subjektivität. Knöfels vergrößerte ID-Karten verweisen auf die Widersprüche von Identitäten, die zwischen charakteristischer Eigenart und Anpassung, Individualität und Normierung liegen. Ellers fotografisch manipulierte und perspektivisch aus dem Lot geratenen Konsumgegenstände spiegeln auf humorvolle Weise die Zerbrechlichkeit des festen Normgefüges in einem schwierigen Identifikationsprozeß unserer Gesellschaft wider.   

Zur Ausstellung erscheint ein zweisprachiger (dt./engl.) Katalog zum Preis von 28 DM. Die Ausstellung wird im Herbst 1998 in den Galerieräumen des Goethe-Instituts in New York gezeigt.