NBK Neuer Berliner Kunstverein
Chausseestr. 128/129, 10115 Berlin, Tel (030) 280 70 20; Fax (030) 280 70 19;<nbk@nbk.org>
 
 
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Hans Hemmert - (lokale vokabulare) 1, 2, 3, 4
4. November bis 17. Dezember 2000
Eröffnung: 3. November 2000, 19 Uhr
 

Obwohl der 1960 geborene, in Berlin lebende und arbeitende Künstler Hans Hemmert seit acht Jahren in der hiesigen Galerie Gebauer die Möglichkeit hatte, mit seiner Kunst regelmäßig an die Öffentlichkeit zu treten und außerdem an zahlreichen nationalen und internationalen Gruppenausstellungen teilnahm, ist dies seine erste Ausstellung in einer Berliner öffentlichen Institution. Zuletzt wurde 1999 im Museum Folkwang Essen eine umfassende Einzelausstellung Heimordnung gezeigt. Die eigens für den Neuen Berliner Kunstverein konzipierte (seine erste) audiovisuelle Installation trägt den Titel (lokale Vokabulare) 1, 2, 3, 4. Anders als in den Beispielen seiner mehrjährigen „stummen" Beschäftigung mit dem Raum, wo Hans Hemmert - der sich selbst als Bildhauer versteht - in erster Linie mit Luft und mit einem Minimum an Material, wie gelbe Latexballons, arbeitete, erhält dieses Projekt eine neue Dimension. Durch ihre Extrovertiertheit und den Einbezug des Betrachters erlangt sie eine veränderte Reichweite. 


Vier Autos verschiedener Fabrikate sind im Ausstellungsraum so positioniert, daß dieser auf den ersten Blick den Passanten der Chausseestraße möglicherweise als Autosalon erscheint. Auf dem Weg zum Kern der Arbeit jedoch, den vier Kurzfilme bilden, finden bei den Rezipienten mehrere Umorientierungen statt. So ist die Videoinstallation beim Betreten des Ausstellungsraumes vorerst tonlos. Das akribisch abgeschlossene Autoinnere definiert den zur Videoprojektion gehörenden Audioraum. Nur wer der Verlockung nachgibt, sich in die Autos zu begeben und die Videofilme bequem vom Autositz aus anzuschauen, vernimmt ein Zitat Heideggers aus einer Abhandlung über den Raum, dem - absurd genug - die Filmausschnitte verschiedenen Genres (Western-, Action-, Liebesfilm etc.) unterlegt wurden. Zum Schluß sieht sich der Betrachter in die räumlichen Begebenheiten der Ausstellungssituation zurückgeworfen, die er durchwandert hat.

Statt eines Katalogs erscheint zur Ausstellung eine CD-ROM zum Preis von 14 DM, die eine gekürzte Fassung der Kurzfilme sowie im Begleitheft Texte von Raimar Stange und Alexander Tolnay enthält. Am Mittwoch, dem 29. November, 19 Uhr, findet im Rahmen unserer Reihe Treffpunkt NBK ein Gespräch zwischen Hans Hemmert und Raimar Stange statt.