NBK Neuer Berliner Kunstverein
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Ortsbegehung 2 - pop mix/volume one 
Gabriele Basch, Claudia Hart und Thomas Hauser 

10. August - 22. September 1996 

Zum zweiten Mal trägt eine Ausstellung des Neuen Berliner Kunstvereins die Überschrift Ortsbegehung. Sie steht für eine Reihe, die in jährlichem Rhythmus Neues aus Berliner Ateliers entdecken und präsentieren will. Die Überantwortung dieser Projekte an wechselnde Kuratoren soll den notwendigen Meinungspluralismus gewährleisten und von vornherein verhindern, daß hausinterne Anschauungen von Verantwortungsträgern des Kunstvereins als die alleingültigen empfunden werden.   

Den Anfang im vergangenen Jahr machte Thomas Wulffen mit seiner Thesenausstellung Malerei als Medium. Darauf folgt nun die von Kathrin Becker konzipierte zweite Ortsbegehung mit dem Titel pop mix/volume one, welche drei Positionen junger Berliner Kunst zur Diskussion stellt, die in thematischer Übereinstimmung das Bild und Formenrepertoire der Populärkultur verwenden. Ihr Konzept trägt damit einer Entwicklung innerhalb der Kunst der neunziger Jahre Rechnung, die das Lebensgefühl und die Welterfahrung einer jungen Künstlergeneration widerspiegelt, die in der Omnipräsenz einer mächtigen Industrie der Massenkultur aufwuchs. Die Transformation der Kunst im Zeichen von Pop erfolgt durch die Erkenntnis, daß diese und die Pop-Kultur zwei parallel laufende und einander gegenseitig beeinflussende Kommunikationsmodelle sind. Formen der populären Kultur, das stilistische Vokabular der Popmusik, der Werbung und der Mode werden von Künstlern ebenso übernommen, wie auf der anderen Seite diese von der Kreativität der Kunstschaffenden profitieren.   

Die in unserer Ausstellung pop mix/volume one gezeigten Arbeiten von Gabriele Basch, Claudia Hart und Thomas Hauser sind relevante Beispiele zu dieser Thematik.   

Für ihren Beitrag "Paradeisgärtlein" hat Gabriele Basch eine Tapete entwickelt, auf die mit Lackfarbe einander überlagernde Piktogramme und Logos aus dem Bereich der Ökologie gesprüht sind. .Auf der so tapezierten Wand präsentiert sie ein "All Over" aus Leinwänden unterschiedlicher Formate, die Rosenblüten zeigen. Claudia Harts Videoarbeit "Face Dancing" zeigt die Künstlerin selbst in einer Art Videoclip zu einer selbstkomponierten RapMusik. Die grimassenartige Mimik ihres in unterschiedlichen Farbtönen überschminkten Gesichtes ist nach den Methoden der Schnittechnik des Videoclips auf den Rhythmus der Musik abgestimmt: Bild und Musik generieren einander. Die Malerei von Thomas Hauser basiert auf Vorlagen aus Modemagazinen, Fashionfotos und Kosmetikanzeigen. Diese werden fotokopiert und auf Holztafeln aufgezogen, wonach die Motive in einer millimeterdicken, pastosen Malweise nachgemalt werden. Diese "Malerei ohne Virtuosität" verweist auf die Oberfläche der Erscheinung in doppeltem Sinne.   

In ihrer Gesamtheit ist die Ausstellung pop mix/volume one eine Auseinandersetzung mit dem Phänomen des "Comeback von Pop", das als Erscheinungsform der ästhetischen Denkart und Praxis einer jungen Künstlergeneration - auch in Berlin - in ihr manifestiert wird.   

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog (deutsch - englisch) zum Preis von 18 DM.   

Als Begleitveranstaltung zur Ausstellung findet im Rahmen unserer Reihe Treffpunkt NBK am 11. September, ab 19 Uhr, ein Vortrag von Kathrin Becker mit dem Titel "pop mix/volume one" statt.